„In der Weihnachtsbäckerei gibt es manche Leckerei“ dichtete Rolf Zuckowski und zählt in seinem Lied anschließend auf, was alles beim Plätzchenbacken schief gehen kann: Das Rezept ist verschwunden, das Ei fällt an der Schüssel vorbei, die Hände sind schmutzig und überall kleckert der Teig hin.
Aber das wunderbare ist: Man kann man sich beim Backen kreativ ausleben!
Zunächst stellt sich die Frage, welche Art Plätzchen man backt.
Die Zutaten werden zusammengesucht, der Teig angerührt, und dann heißt es: den Teig kneten. Das stimuliert den Tastsinn:
den Teigklumpen in seinen immer wieder neuen Formen zu befühlen und zu spüren, wie er immer glatter und geschmeidiger wird und sich schließlich ausrollen lässt.
Anschließend sticht man Formen aus oder schneidet kleine Scheiben von einer Rolle.
Man drapiert alles auf einem Backblech.
Und nun lassen sich die kleinen Teile noch verzieren mit allerlei Krimskrams wie zum Beispiel Mandelblättchen oder -stiften, Zuckerschrift, Marmeladenkleksen, Liebesperlen und, und und…
Die Kekse auf dem Foto habe ich mit Sesam und Schwarzkümmel dekoriert. Denn es handelt sich dabei um Käsegebäck. Ja, auch die Entscheidung ist vorher zu treffen: Backen wir süße oder salzige Plätzchen?
Warum nicht einmal salzige Plätzchen backen? Sind sie nicht eine willkommene Abwechslung von den vielen Süßigkeiten in der Weihnachtszeit? Immer wieder höre ich in meinem Umfeld, dass im Januar erst einmal der Zuckerschock verarbeitet werden muss und die Diät-Vorsätze noch eingehalten werden.
Aber in vielen Familien gibt es auch alte Rezepte, die sich Jahr für Jahr zu Weihnachten bewährt haben und vielleicht noch von der Großmutter stammen. Dann weckt ihr Geschmack mitunter über das Langzeitgedächtnis Erinnerungen an die Kindheit.
Daher backte ich zu Lebzeiten meines Vaters weiterhin Braune Kuchen, deren Rezept aus der Feder meiner Urgroßmutter stammt. Mein Vater hatte sie jahrzehntelang für uns gebacken. Während seiner Demenz assistierte er wiederum mir – auch wenn das zunehmend einfach bedeutete, dass er sich beim Ausstechen der Plätzchen die überstehenden Teigränder schnappte und vernaschte!
Doch egal, wie man sich am Backen beteiligt, ob man das Rezept aussucht und vorliest, die Zutaten auf ihre Vollständigkeit überprüft und immer wieder durchzählt, den Teig knetet, Formen aussticht oder verziert, den Teig auf seinen Geschmack hin überprüft (um das Naschen einmal anders zu formulieren!), den Plätzchen durch’s Fenster im Ofen zuschaut, den aromatischen Duft riecht oder das Ergebnis probiert: Jeder Mensch kann sich am Backen beteiligen. Und nicht zuletzt ist auch die Person kreativ, welche die einzelnen Aufgaben innerhalb des Back-Teams verteilt.
Ich wünsche guten Appetit und allen eine möglichst gemütliche Teestunde!

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